Bookseer Eine Lesung

Für jemanden, der angekommen ist und nichts fühlt

Es ist da. Die Stelle, der Abschluss, die Wohnung, der Titel auf der Karte. Sie haben jahrelang darauf zugelebt. Und dann war der Dienstag danach ein Dienstag.

Man rät Ihnen jetzt, sich ein neues Ziel zu setzen. Der Rat ist gut gemeint und beantwortet die falsche Frage. Sie fragen nicht, was als Nächstes kommt. Sie fragen, warum das eine, das Sie wirklich wollten, so wenig gewogen hat, als es da war. Ein neues Ziel verschiebt diese Frage nur um ein paar Jahre nach hinten.

Der große Gatsby

F. Scott Fitzgerald · 1925

Ein Mann baut sich ein ganzes Vermögen, ein Haus und einen erfundenen Namen, damit an einem Sommerabend eine bestimmte Frau über die Bucht kommt. Sie kommt. Danach hat das Buch noch hundert Seiten, und die sind der eigentliche Grund, es zu lesen. Fitzgerald zeigt, wie ein erreichtes Ziel sich in der Hand anfühlt: kleiner und gefährlich still. In der Bibliothek steht ein betrunkener Gast mit Eulenaugen und stellt fest, dass die Bücher echt sind, die Seiten aber nicht aufgeschnitten. Gelesen hat darin nie jemand. Er taucht später noch einmal auf, im Regen, bei der Beerdigung, als fast Einziger.

Der Steppenwolf

Hermann Hesse · 1927

Harry Haller hat als gebildeter Mensch erreicht, was zu erreichen war, und sitzt damit in einer gemieteten Mansarde, im fremden Haus fremder Leute. Auf dem Treppenabsatz steht eine geputzte Araukarie, und er bleibt jedes Mal davor stehen: so ordentlich, so bürgerlich, so wenig sein Leben. Hesse macht daraus keine Klage. Er macht daraus eine Untersuchung: was der Bürger sich da aufgebaut hat und was es ihn gekostet hat. Das Buch ist stellenweise laut und stellenweise unangenehm überheblich. Es bleibt trotzdem eines der wenigen, die ehrlich beschreiben, wie es ist, das eigene Leben von außen anzusehen wie ein sauber eingerichtetes Zimmer, in dem niemand wohnt.

Der Mythos des Sisyphos

Albert Camus · 1942

Ein schmales Buch über einen Mann, der den Stein wieder hinaufrollt, und der einzige Text hier, der Ihnen nicht verspricht, dass es sich am Ende schon lohnt.

Beantworten Sie die Fragen und lassen Sie sich lesen