Bookseer Eine Lesung

Für alle, die heimkommen, wenn die anderen losfahren

Zwölf Stunden, die letzte davon die längste.

Auf der Heimfahrt kommen Ihnen die Schulbusse entgegen.

Die Kinder frühstücken, Sie essen zu Abend, am selben Tisch.

Die Rollläden unten, das Handy stumm, und trotzdem hören Sie den Rasenmäher von nebenan.

Auf dem Nachttisch ein Roman, den jemand sehr gelobt hat, das Lesezeichen seit Juni auf Seite zweiundzwanzig.

Der Roman ist sicher gut, er wurde nur für jemanden geschrieben, der abends ins Bett geht.

Die Vermessung der Welt

Daniel Kehlmann · 2005

Gauß rechnet in Göttingen und will am liebsten nie verreisen, Humboldt steigt in Südamerika auf Vulkane und zählt sogar die Läuse auf den Köpfen der Einheimischen. Kehlmann erzählt beide Leben im Wechsel, fast durchgehend in indirekter Rede, und so trocken, dass man laut lacht, während gerade jemand beinahe ertrinkt. Achten Sie auf Eugen, den Sohn von Gauß, der für seinen Vater immer der Dumme bleibt und am Ende nach Amerika muss. Er steht selten im Bild und bleibt trotzdem länger hängen als manches Kapitel über die großen Männer. Sie können nach jedem Kapitel einschlafen und finden am nächsten Nachmittag sofort wieder hinein, weil immer klar ist, bei wem Sie gerade sind, beim Stubenhocker oder beim Reisenden.

Tschick

Wolfgang Herrndorf · 2010

Zwei vierzehnjährige Jungen fahren in einem geklauten Lada los, ohne Karte, Richtung Walachei. Man liest es an zwei Nachmittagen und wünscht sich einen dritten.

Der Richter und sein Henker

Friedrich Dürrenmatt · 1952

Kommissär Bärlach ist todkrank, als der Polizist Schmied tot in seinem Wagen gefunden wird, an der Straße oberhalb von Twann. Bärlach nutzt den Fall für eine Rechnung, die seit einer Wette mit Gastmann vor vierzig Jahren offen ist. Das Buch hat gut hundert Seiten und passt in einen freien Nachmittag. Die Frage, wer eigentlich richten darf, nehmen Sie aber mit in den Schlaf.

Beantworten Sie die Fragen und lassen Sie sich vom Orakel lesen